Immer mehr Einbrüche !

Ist Deutschland ein Eldorado für Einbrecher ?

Polizei Pressestelle NRW: Mit dem Herbst beginnt die Hauptsaison der Einbrecher

In den eigenen vier Wänden sollte man sich sicher fühlen. Doch die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Gerade in der dunklen Jahreszeit häufen sich Einbrüche in Häuser und Wohnungen. 2015 hat es in Deutschland mehr Einbrüche gegeben als jemals zuvor. Wie Sie sich besser schützen können.

Wer es einmal erlebt hat, vergisst es nicht wieder: Aufgehebelte Fenster und Türen, durchsuchte und verwüstete Wohnräume und das Gefühl, dass fremde Personen in der eigenen Wäsche gewühlt haben. Die Zahl der Einbrüche in Deutschland steigt permanent an.

Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) weist für das Bundesgebiet insgesamt 152.123 Fälle von Wohnungseinbruch aus. Der Anstieg zum Vorjahr betrug zwar nur 1,8 Prozent, seit 2006 gab es jedoch eine Steigerung von insgesamt 43,4 Prozent.

Nicht nur hochwertige Häuser stehen im Fokus der Einbrecher, sondern jede Wohn­immobilie ist heute gefährdet. Um solchen Risiken vorzubeugen sind angepasste Schutzmaßnahmen erforderlich, die nicht überzogen sind aber effektiven Schutz vor Dieben bieten.

Nur wenigste Einbrecher werden gefasst

Nicht mal jeder sechste Einbruch oder Versuch wird überhaupt aufgeklärt. Darüber hinaus haben die Täter oftmals leichtes Spiel. Denn in den meisten Häusern und Wohnungen fehlen Sicherungsmaßnahmen, z. B. eine Einbruchmeldeanlage (EMA). Nur zirka drei Prozent aller Haushalte sind elektronisch abgesichert, umfassende Schutzkonzepte fehlen oftmals gänzlich.

Einbrüche  kommen nicht nur während der Urlaubs­abwesenheit vor, sondern auch im Alltag, vor allem tagsüber. Man verlässt die Wohnung  für Einkäufe, kommt nach ein paar Stunden zurück und steht vor einem Chaos. Gerade Tages­-Wohnungs­einbrüche bewirken Fassungslosigkeit bei den Opfern. Man war doch nur kurz weg und hatte nicht damit gerechnet, dass etwas passieren könne. Doch das Vorgehen der Täter wird immer pro­fessioneller.

Polizei spricht von "osteuropäischen Banden"

Wer sind die Einbrecher? Es gibt eine ganze Reihe von Täter-Gruppierungen – vom Einzeltäter bis hin zu professionellen Banden. Immer häufiger beobachtet die Polizei das Agieren osteuropäischer Banden, die inzwischen sogar arbeitsteilig vorgehen. Hier werden die Bewohner und Ihre Wohnung zunächst gezielt ausgespäht. Nach der „Observationsphase“ übernimmt eine andere Einheit die Tatausführung. Die Erfolgsquote dieser Straftäter ist hoch, was die polizeiliche Kriminalstatistik ein­drucksvoll dokumentiert.

Allzu oft haben sich die Geschädigten auf die polizeiliche Gefahrenabwehr verlassen. Diese ist jedoch bei weitem nicht mehr ausreichend. Bei den meisten Opfern gab es keine vernünftige Sicherung von Fenstern und Türen und keine Alarmanlage. Oder es war zwar eine Alarmanlage vorhanden, die Technik war aber veraltet oder die Anwohner haben sie nicht regelmäßig genutzt.

Gerade ältere Anlagen sind oftmals in der Bedienung schwierig oder unübersichtlich gewesen. Sind die Hausbewohner in der Bedienung unsicher oder gibt es häufig Fehlalarme, werden sie meist gar nicht mehr genutzt.

Sicherheitskonzepte können Einbrüche verhindern

Viele Einbrüche könnten vermieden werden, wenn die Bewohner sich mit einem vernünftigen Sicherheitskonzept schützen. Bei modernen Anlagen ist dieses inzwischen mit geringster Einschränkung für den Wohnkomfort erreichbar. Sicherungs­komponenten passen sich heute optisch diskret an das bestehende Ambiente des Hauses an und sind einfach zu bedienen.

Für den mechanischen Schutz sollten mindestens einbruch­hemmende Türen und idealerweise auch Fenster mit Sicherheitsgläsern sowie eine funktionale Einbruch- oder Gefahren­meldeanlage vorhanden sein. Die Anlage sollte bei einer vom VdS (Vertrauen durch Sicherheit) anerkannten Notruf-Service-Leitstelle (NSL) aufgeschaltet sein, um bei einem Alarm sofort professionelle Hilfe zu erreichen.

Zum Standard gehören heute auch die Überwachung sensibler Bereiche mit intelligenter Videotechnik sowie die Integration von Sicherheitskomponenten in die Multimedia- und Haussteuerungstechnik (Audio, Video, Beleuchtung, Heizung und Lüftung).

Schwachstellen-Analyse zeigt Risiken auf

Um die Gefährdung für die Bewohner und die Gebäudeschwachpunkte genau zu ermitteln, sollte aber zuerst eine Schwachstellen­-Analyse durchgeführt werden. Diese beginnt mit der Frage, wo ein widerrechtliches Eindringen bereits detektiert wird. Am besten sollte dies schon an der Grundstücksgrenze geschehen und nicht erst an der „Gebäudeaußenhaut“ (Wände, Türen oder Fenster). Anschließend können die Möglichkeiten zur mechanischen und elektronischen Absicherung des Gebäudes geplant und die richtigen Partner für die Umsetzung ausgewählt werden.

Leider wird bei der Planung der Abläufe oft vergessen, auch darüber nachzudenken, wie es nach dem Auslösen der Alarmanlage weitergeht. Wer kommt dann zu Hilfe? Generell ist natürlich die Polizei „einsatzbereit“ und in der Lage, entsprechende Alarme zu verfolgen. Aber auch diese hat ihre Grenzen und muss nicht immer die einzige Lösung sein.

Eintreffen der Polizei kann bis zu einer Stunde dauern

Bei einem Einbruchalarm wird zuerst die Notruf-Service-Leitstelle verständigt. Diese ruft dann bei den Anwohnern an und klärt ab, ob es sich um einen tatsächlichen Alarm handelt. Wird niemand erreicht oder stellt es sich heraus, dass der Alarm „echt“ ist, wird die nächstgelegene Polizeistreife informiert. Diese fährt dann mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatzort.

Was passiert aber, wenn gerade keine Streife frei ist, oder wenn das Einsatzgebiet einer Polizeiwache so groß ist, dass die Anfahrt im ungünstigen Fall auch mal 30 bis 60 Minuten dauern kann?

Die Polizei ist mit vielen Sicherheitsaufgaben betraut, heute mehr denn je, und die Mannstärke einzelner Polizeidienststellen wird immer geringer. Aktuelle Beispiele zeigen, dass die Polizei den Bürgern nicht immer den Schutz gewähren kann, den wir eigentlich erwarten. Dazu kommt noch, dass die Polizei in der Regel keinen Schlüssel zum Gebäude hat und damit gar nicht ins Anwesen kommt.

Wird jemand in seiner Wohnung überfallen und die Täter verschanzen sich mit ihren Opfern in der Wohnung, wird die Polizei wieder unverrichteter Dinge abziehen, wenn von außen keine sichtbaren Einbruchsspuren erkennbar sind. Meist werden die Opfer von den Tätern bei solchen Überfällen gefesselt und geknebelt, so dass nichts nach außen dringt und die Täter in Ruhe Zeit haben, die Wohnung auszuräumen. Leider werden die gepeinigten Opfer dabei oftmals massiv malträtiert, damit sie die versteckten Wertgegenstände herausgeben.

Private Wachdienste bieten eine Alternative

Besonders gefährdete Haushalte beauftragen deshalb oftmals zusätzlich noch einen Wachdienst, bei dem ein Schlüssel zum Anwesen hinterlegt ist. Dieser ist nicht mit Tausend anderen Schutzmaßnahmen betraut, sondern konzentriert sich auf den Schutz von Objekten, und kennt bei einem Alarm auch bereits das Anwesen sowie die Situation vor Ort. So kann schnelle und umfassende Intervention garantiert werden.

Bei erhöhter Gefährdung sollte es darüber hinaus noch einen Rückzugsraum im Anwesen geben, regelmäßige Trainings zur Sensibilisierung für Familien­mitglieder und Hausangestellte durchgeführt und spezielle mobile Notrufsender angeschafft werden. All dies sind heute Maßnahmen, die einen Einbruch durch organisierte Banden oder gar den Übergriff auf die Familie im eigenen Haus verhindern können.

Gerade in den eigenen vier Wänden muss man sich uneingeschränkt sicher fühlen können. Das ist ähnlich wie bei einer Versicherung. Auch hier muss man sich mit den angebotenen Schutzmaßnahmen einmal vernünftig auseinandersetzen, um dann beruhigt zu sein und ein gutes Gefühl zu haben.

(Quelle: Focus Online)

Fördermöglichkeiten vom Staat.

Für den Einbruchschutz gibt es jetzt noch mehr Fördermöglichkeiten

Ein guter Einbruchschutz macht es Einbrechern schwer, ins Haus zu kommen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

 

Aufgebrochene Türen, durchwühlte Schränke: Die Zahl der Wohnungseinbrüche nimmt seit Jahren zu. Schützen kann sich jeder mit entsprechenden Maßnahmen. Fördermittel gibt es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Ab dem 1. April 2016 erweitert die KfW die Förderung von Maßnahmen zum Einbruchschutz im Rahmen des Programms "Altersgerecht Umbauen". Eigentümer und Mieter können nun neben Zuschüssen auch zinsgünstige Kredite in Höhe von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit in Anspruch nehmen und bei ihrer Hausbank beantragen. Der Zinssatz beginnt bei 0,75 Prozent (effektiver Jahreszins) - je nach Laufzeit und Zinsbindung steigt er auf 0,85 Prozent. Mieter benötigen für den Umbau natürlich die Zustimmung ihres Vermieters.

 

Zuschüsse für den Einbruchschutz möglich

Daneben existiert weiterhin das Zuschuss-Programm zum Einbruchschutz. So gibt es bis zu 1500 Euro Zuschuss (10 Prozent der förderfähigen Kosten) pro Wohneinheit ausschließlich für Maßnahmen zum Einbruchschutz. Wer sein Heim auch noch altersgerecht umbauen möchte, kann sogar bis zu 6250 Euro Zuschuss (beziehungsweise 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten) für einen kombinierten Umbau beantragen. Der Mindestbetrag für einen Zuschuss beträgt 200 Euro.

 

Was wird gefördert?

Finanzielle Hilfe gibt es für verschiedene einbruchhemmende Hilfsmittel. Wichtig ist immer, den Antrag zu stellen, bevor der Umbau beginnt. Zu den förderfähigen Maßnahmen zählen:

  • Nachrüstsysteme für Fenster (zum Beispiel Pilzkopfverriegelungen)
  • einbruchhemmende Haus- und Wohnungstüren, auch als Nachrüstung
  • enbruchhemmende Gitter und Rollläden
  • Einbau von Türspionen
  • Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen, also zum Beispiel Kamerasysteme
  • Baugebundene Assistenzsysteme wie Gegensprechanlagen.

 

Zahl der Wohnungseinbrüche stark gestiegen

Wie wichtig ein sicherer Einbruchschutz ist, belegt die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland. Sie ist auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren gestiegen. Für das Jahr 2015 weise die Kriminalstatistik 167.136 erfasste Fälle aus. Das sind 9,9 Prozent mehr als im Jahr davor, berichtete "Die Welt" unter Berufung auf die neue Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). So hoch lag die Zahl der Wohnungseinbrüche demnach zuletzt 1993.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) führt den Anstieg bei Wohnungseinbrüchen auf Personalabbau bei der Polizei zurück. "Die Polizei ist gezwungen, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Deshalb hat die Polizei schon Reviere schließen müssen", sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek. Seit 2005 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche laut GdP um rund 52 Prozent - durchschnittlich geschehe alle drei Minuten ein Einbruch.

(Quelle: T-Online)

Bestmöglicher Schutz für Ihr Heim.

So rüsten Sie Ihr Haus gegen Einbrecher

dpa/Achim Scheidemann: Höchster Stand bei Wohnungseinbrüchen seit sechs Jahren.

Die Zahl der Einbrüche in Deutschlands Häusern und Wohnungen steigt dramatisch. Doch mit moderner Sicherheitstechnik und vorausschauendem Verhalten lässt sich die Gefahr eindämmen. FOCUS Online stellt die wichtigsten Tipps für einen effektiven Einbruchschutz vor.

  • Checken Sie die Schwachstellen am Haus.
  • Beugen Sie Einbrüchen vor, besonders zur Urlaubszeit.
  • Mechanische Sicherungen und Alarmanlagen schaffen den wirkvollsten Schutz.
  • Wer unvorsichtig ist, gefährdet seinen Versicherungsschutz.

Alle vier Minuten steigt irgendwo in Deutschland ein Dieb in ein Haus oder eine Wohnung ein. Erst kürzlich meldete die Polizei: Die Zahl der Einbrecher hat einen Rekordwert erreicht. 152.000 Einbrüche wurden im vergangenen Jahr bei der Polizei gemeldet – der höchste Stand seit 15 Jahren.

Geht es um den Schutz vor solchen Straftaten, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Das absolut einbruchssichere Haus gibt es nicht. Die gute: „Die Bewohner können vorbeugend sehr viel tun, um den Verbrechern den Weg ins Haus so beschwerlich wie möglich zu machen“, beruhigt Harald Schmidt, Kriminalrat bei der Polizei für Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart.

 

Nach fünf Minuten bricht der Täter ab

Eine repräsentative Studie der nordrhein-westfälischen Polizei kam zu dem Ergebnis, dass in 42 Prozent der Fälle der Einbruch lediglich als Versuch endet. Bei fast jedem zweiten Einbruchsversuch (43 Prozent) scheiterten die Täter an Sicherungseinrichtungen.

Mit diesem Trick knacken Einbrecher geräuschlos Ihre Haustür

Bei jedem vierten Einbruch wurden die Täter schon bei der Tatausführung gestört. „Einbrecher wollen nicht entdeckt werden und vermeiden nach Möglichkeit jede Konfrontation“, kommentiert Schmidt. Hinzu kommt der Zeitfaktor. Die meisten Brüche dauern nicht länger als 20 Minuten. Vor allem für Gelegenheitstäter, die die größte Einbrechergruppe bilden, gilt dabei: „Kommt der Einbrecher nach zwei bis fünf Minuten nicht ans Ziel, bricht er die Tat in der Regel ab“, weiß Schmidt.

 

So sichern Sie sich ab

Wir stellen die wichtigsten Tipps für einen effektiven Einbruchschutz vor. Dabei spielt das eigene risikobewusste Verhalten eine große Rolle. Hinzu kommen sinnvoll aufeinander abgestimmte mechanische und elektronische Sicherungen.

Ein Haus muss nicht zu 100 Prozent sicher sein, sondern nur sicherer als das der Nachbarn. Diese etwas makabere Stammtischparole hat einen wahren Kern. Denn ein Dieb wird immer den Weg des geringsten Widerstands suchen und dort einbrechen, wo er sich eingeladen fühlt. Bei der Einbruchprävention geht es also vor allem darum, Langfingern möglichst wenig günstige Gelegenheiten zu bieten, ins Haus zu gelangen.

Gekippte Fenster oder Haustüren, die nur ins Schloss gezogen sind, sind regelrechte Einladungen an die Täter. „Aber auch leicht erreichbare und schlecht gesicherte Eingangs- oder Nebeneingangstüren, Fenster und Kellerlichtschächte sind für Einbrecher kein großes Problem“, weiß Kriminalrat Schmidt. Zudem bieten Hecken und Sträucher oder schlecht beleuchtete Hinterhöfe nicht nur den Bewohnern Sichtschutz, sondern auch Einbrechern.

 

Kostenlose Sicherheitsanalyse von der Polizei

Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, lässt sich persönlich und individuell bei einer kriminalpolizeilichen Beratungsstelle kostenlos beraten. „Die Kollegen schauen sich die Situation vor Ort an und empfehlen passende Vorkehrungsmaßnahmen“, erklärt Schmidt das Prozedere. Die nächstgelegene Beratungsstelle der Polizei finden Interessierte unter: www.polizei-beratung.de/beratungsstellen

 

Was bedeutet „risikobewusstes Verhalten“ ?

Colourbox.de Aufmerksame Nachbarn sind der beste Schutz vor Einbrechern

„Die verhaltensorientierte Prävention richtet ihren Fokus auf die Reduktion der Tatgelegenheiten, auf eine Abschreckung durch Präsenz.“ So steht’s in einer polizeilichen Studie zur Wirksamkeit von Einbruchsprävention. Einfach ausgedrückt: Ahnt der Täter, dass das Haus für längere Zeit verlassen wurde, ist es für ihn verlockender einzusteigen. Überquellende Briefkästen, verwelkte Blumen oder ständig hochgezogene Rollläden signalisieren ihm eine Top-Gelegenheit. Daher lautet die Devise: Alles dran setzen, dass das Haus auch im Urlaub oder bei einem längeren Krankenhausaufenthalt für Fremde bewohnt wirkt.

 

Nachbarn einspannen

Das erreichen die Urlauber am effektivsten mit Hilfe von Verwandten oder Nachbarn. Man kann sie bitten, regelmäßig die Rollläden hoch- und runterzulassen, Blumen zu gießen oder die Mülltonnen rauszustellen. Unter Umständen findet sich sogar ein Geschwister- oder Elternteil, das während des Urlaubs als Housesitter einzieht. Fällt ein Helfer aus Fleisch und Blut aus, können die Bewohner auf elektrische Butler zurückgreifen. Zeitschaltuhren kümmern sich darum, dass zu bestimmten Zeiten Lampen im Haus angehen und bewegen die Jalousien.

Auch gibt es spezielle Lämpchen, die das Flimmern eines Fernsehers imitieren. Dass die Wohnung in solchen Fällen immer zur gleichen Zeit illuminiert wird, muss Einbrechern nicht zwangsläufig verraten, dass im Haus die Elektronik waltet und nicht der Bewohner. „Das würde nämlich voraussetzen, dass der Einbrecher das Objekt mehrere Tage beobachtet und das ist zumindest für Gelegenheitstäter zu viel Aufwand“, weiß Schmidt.

 

Vorkehrungen vor Abreise

Vor der Abreise sollten die Bewohner ihr Anwesen stets noch mal dahingehend überprüfen, ob mögliche Einstiegshilfen beiseite geschafft sind. Stehen Mülltonnen, Gartenmöbel oder gar Leitern direkt unter dem Balkon, freut sich der Dieb.

Etwas unbedacht gehen viele Urlauber auch mit ihrem sozialen Netzwerk um. „Gerade wer länger verreist, sollte das nicht unbedingt auf den Anrufbeantworter sprechen oder seine Umwelt per Abwesenheitsnotiz oder Facebook- und Twittereinträge darüber informieren“, meint Stephan Schweda, Sprecher vom GDV. „Vor allem ungeschützte Onlineprofile machen das Ausspähen leicht und bieten potenziellen Einbrechern häufig die Adresse der dann leeren Wohnung auf dem Silbertablett.

 

Fenster immer zumachen

Einbrecher warten aber nicht unbedingt auf den nächsten Urlaub. Auch wer nur kurz das Haus verlässt, muss auf ein paar Grundregeln achten: „Niemals die Fenster auf Kipp stellen, die Türe immer komplett verriegeln und auf keinen Fall Schlüssel in irgendwelchen Außenverstecken deponieren“, ermahnt Schweda.

 

Welche mechanischen Sperren sind sinnvoll?

Polizeiliche Kriminalprävention Köln Die besten Strategien gegen Einbrecher

„Eine solide mechanische Grundsicherung ist der wichtigste Baustein beim Einbruchschutz“, erklärt Präventionsexperte Harald Schmidt. Sie kann das Eigenheim in eine Trutzburg verwandeln, die der Täter nicht in Windeseile erstürmen kann. Zu den verschiedenen Vorkehrungen zählen moderne Sicherheitstüren ebenso wie abschließbare Fenstergriffe, Querriegelschlösser, Rollläden, sichere Schließzylinder, Aushebelsperren oder Gitter.

 

Schwachstellen Tür und Fenster

Wer neu baut oder umbaut, sollte von vornherein einer gepru?ften und zertifizierten einbruchhemmenden Eingangstür (nach DIN EN 1627, Widerstandsklasse RC 2) den Vorzug geben. „Hier ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion von Tu?rblatt, Zarge, Schloss und Beschlag keinen Schwachpunkt gibt“, sagt Schmidt. Kommen solche professionellen Sicherheitstüren nicht in Frage, kann der Hausbesitzer auch nachrüsten. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um eine widerstandsfähige Grundkonstruktion handelt. Zudem muss die Nachru?stung fu?r Tu?rblätter, Türrahmen, Türschlösser, Beschläge, Schließbleche und Zusatzsicherungen in ihrer Wirkung sinnvoll aufeinander abgestimmt sein. „Hier sollte man auf jeden Fall den Rat eines Fachbetriebs einholen“, rät Schmidt.

Nebeneingangstu?ren können wirkungsvoll zum Beispiel auch mit massiven Schubriegeln, starken Vorlegestangen aus Holz oder Profilstahl oder mit einem Querriegelschloss nachgeru?stet werden. Auch bei den Fenstern und Fensterbeschlägen sollten Bauherren darauf achten, dass sie einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren (DIN EN 1627, Widerstandsklasse RC 2) verbauen. Zusätzlich sind abschließbare Fenstergriffe sinnvoll.

 

Bollwerk dank Eisengittern

„Gitter bieten einen guten Schutz, zum Beispiel für Fenster von Lagerräumen, Nebenräumen oder für Ver- beziehungsweise Entsorgungskanäle“, weiß der Sicherheitsexperte. Mit vorgesetzten Gittertüren können schwache Türen nachträglich gut gesichert werden. Sowohl feststehende Gitter als auch Gittertüren gibt es in geprüfter einbruchhemmender Ausführung.

 

Kellerschächte sichern

Eine feste Abdeckung ist auch bei Kellerschächten notwendig. Sind diese leicht zugänglich, können die Täter hier wunderbar ihr Werk unbeobachtet verrichten. „Wer neu baut, sollte betonierte Kellerlichtschächte einplanen, denn diese lassen sich besonders gut mechanisch sichern“, meint Schmidt. Eine effektive Sicherungsart seien grundsätzlich Rollenrostsicherungen oder Elemente aus stahlarmierten Glasbetonbausteinen. Kommt dies nicht in Frage, sollten die Gitterroste wenigstens mit speziellen Abhebsicherungen – am besten an allen vier Ecken – gesichert werden.

Sein Haus in dieser Art und Weise aufzurüsten, ist nicht ganz billig. Allein für Sicherheitstüren werden schnell mehrere Tausend Euro fällig. „Wer das Sicherheitsgesamtpaket nicht auf einmal finanziell stemmen kann, sollte entsprechend der individuellen Risikoanalyse aber auf jeden Fall die größten Schwachstellen am Haus schützen“, empfiehlt Schmidt.

 

Wie elektronische Anlagen zusätzlich helfen

FOCUS Online: Der Postkasten wird digital, Haus-Briefkasten mit Kamera, iPhone-App, Fingersensor

Verschiedene elektronische Hilfsmittel können den mechanischen Grundschutz ergänzen. Simpel aber effektiv sind etwa helle Scheinwerfer im Garten oder Eingangsbereich, die an Bewegungsmelder gekoppelt sind. Resultat: Der Täter erschrickt sich und zieht sich im besten Fall zurück, weil die Gefahr der Entdeckung gestiegen ist.

Solche Bewegungsmelder können auch Bestandteil einer intelligenten, vernetzten Hausteuerung sein. Solche modernen Smart-Home-Systeme bieten verschiedene Instrumente zur Einbruchprävention. Im „intelligenten Haus“ arbeitet eine zentrale Steuerungs- und Kommunikationseinheit, die verschiedene Sender und Sensoren im Haus untereinander verbindet. So lassen sich sämtliche Zugänge mit Hilfe von Tür- und Fenstersensoren und eben Bewegungsmeldern überwachen.

Das intelligente Haus meldet Bewegungen per SMS

„Die Geräte können Signale an andere Systemkomponenten wie etwa die Sirenen eines mit der Zentrale vernetzen Rauchmelders senden, um unerwünschte Besucher abzuschrecken“, erklärt Holger Wellner, Geschäftsbereichsleiter RWE SmartHome bei der RWE Effizienz GmbH, die solche Haussteuerungen entwickelt und vertreibt. Die Tür- und Fenstersensoren können außerdem per SMS oder Mail melden, wenn sie eine Bewegung erkannt haben oder Fenster oder Türen geöffnet wurden. „In Zukunft wird es sogar möglich sein, dass der Bewohner die Fenster per Handy schließen kann“, sagt Wellner. Die Fenster müssten dafür jedoch zusätzlich mit speziellen Öffnungssystemen ausgestattet sein.

Im Smart Home lässt sich darüber hinaus die Beleuchtung per Handy ein- und ausschalten und die Zeitschaltung von Lampen und Jalousien regeln. Ein komplettes Sicherheitspaket ist bei RWE Effizienz ab rund 270 Euro zu haben. Die Zentrale lässt sich einfach per Plug and Play installieren.

Videoüberwachungs- und Alarmanlagen on top

Schließlich gibt es das große Feld der Überfall- (ÜMA) beziehungsweise Einbruchmeldeanlagen (EMA). „Ihre Aufgabe ist es, einen Eindringling sicher zu erkennen und zu verraten“, sagt Polizist Schmidt. Das geschieht entweder, indem Sirenen ordentlich Lärm schlagen oder dadurch, dass die Anlage automatisch Signale an ein Wach- oder Sicherheitsunternehmen oder direkt an die Polizei meldet.

Der Kriminalbeamte empfiehlt, für Planung und Installation eines solchen Systems einen Fachmann zu konsultieren.

„Zwischen 5.000 und 20.000 Euro sollte sich ein Grundschutz mit fachmännischer Hilfe realisieren lassen“, so die Erfahrungswerte des Experten. Das ist zwar ein wesentlich höherer Preis als der, für den eine EMA zum Selbsteinbau im Baumarkt angeboten wird. „Wer aber einen Profi einschaltet, geht auf Nummer sicher, dass er einen passgenauen Schutz erhält, die Produkte wichtige Normen erfüllen und Fehlalarme weitgehend ausgeschlossen sind“, weiß Schmidt.

Von Kameraattrappen hält der Präventionsfachmann übrigens gar nichts. „Wenn Überwachung, dann richtig“, sagt er. Die meisten Attrappen seien sofort als solche erkennbar.

 

Wer unvorsichtig ist, gefährdet seinen Versicherungsschutz

Polizeiliche Kriminalprävention Wer Fenster gekippt lässt oder nicht richtig verriegelt, riskiert den Versicherungschutz

Kam der Einbrecher am Ende doch ans Ziel, sollten die Bewohner umgehend Kontakt zu ihrer Hausratversicherung aufnehmen. Sie erstattet den Opfern grundsätzlich die Wiederbeschaffungskosten für gestohlene Gegenstände und die Aufwendungen für Reparaturen beispielsweise von aufgebrochenen Fenstern.

Doch Vorsicht: „Wenn der Versicherte allzu leichtfertig mit der Sicherung seines Hauses umgehet, riskiert er Abzüge bei der Erstattung“, weiß GdV-Sprecher Stephan Schweda. Kann dem Policeninhaber ein Mitverschulden am Einbruch nachgewiesen werden, reduziert sich der Schadenersatz entsprechend dem Grad der eigenen Unvorsichtigkeit. Richtwerte gibt es nicht. „Es entscheidet der jeweilige Einzelfall, ob das Mitverschulden bei 20 oder gar 70 Prozent liegt“, sagt Schweda.

 

Gekippte Fenster sind K.O.-Kriterien

Relativ schwer wiegt nach Ansicht der Gerichte die eigene Schuld am Einbruch, wenn der Täter durch gekippte Fenster eingedrungen ist. Auch wenn das Türschloss keine Verblendung hat, der Zylinder weit übersteht oder nur zwei der montierten vier Schlösser verriegelt waren, muss der Versicherte Abzüge befürchten. „Sind Sicherungsmechanismen vorhanden, muss der Bewohner diese auch einsetzen“, fasst Schweda zusammen. Umgekehrt könne ihm aber grundsätzlich nicht zur Last gelegt werden, dass er nicht alle möglichen Sicherheitsvorrichtungen eingebaut hat.

 (Quelle: Focus Online)

Wie sicher ist Ihr Heim ?

Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, müssen Sie keine Angst vor Einbrechern haben.

 

Sie knacken ungesicherte Fenster und Türen und steigen durch Kellerschächte oder über den Balkon ein. Einbrecher gehen oft nach demselben Schema vor – ein Vorteil für Sie. Machen Sie den Check, wie gut Ihr Heim gesichert ist.

Beim Schutz gegen Einbrecher gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Das komplett einbruchssichere Haus gibt es nicht. Die gute: Sie können allerhand dafür tun, um es Einbrechern so schwer wie möglich zu machen. Eine repräsentative Studie der nordrhein-westfälischen Polizei kam zu dem Ergebnis, dass die Täter bei fast jedem zweiten Einbruchsversuch an Sicherheitseinrichtungen scheitern.

Nur die wenigsten sind professionell ausgerüstet. Tatwerkzeug Nummer eins bleibt der simple Schraubenzieher. Brauchen sie länger als drei Minuten, lassen die meisten Einbrecher von dem Objekt ab und suchen sich ein neues Ziel.

 

Das sind die häufigsten Schwachstellen

Polizeiliche Kriminalprävention Köln: Die besten Strategien gegen Einbrecher

 

Wie sicher ist Ihr Heim?

Wenn Sie die folgenden Fragen größtenteils mit Ja beantworten können, ist Ihr Heim bestmöglich gegen Einbrecher geschützt.

 

Rund ums Haus

- Ist Ihr Haus sicherer als das der Nachbarn?

Diebe suchen immer den Weg des geringsten Widerstands. Sie brechen da ein, wo sie sich eingeladen fühlen.

- Sind Hauseingang, Garagenzufahrt und Treppenhaus ausreichend beleuchtet?

- Haben Sie einen Zaun um den Vorgarten?

- Lässt sich das Törchen abschließen?

- Haben Sie einen Videoüberwachungsanlage rund ums Haus ?

Diebe wollen nur ungern bei ihrem Handeln gefilmt werden und meiden Objekte mit sichbaren Kameras.

 

 

Haus- und Nebentüren

- Sind auch Keller-, Balkon- und Terrassentüren sowie das Garagentor (mit einem Zusatzschloss oder starken Riegel) abgesichert?

- Sind alle Türen massiv und die Türrahmen fest verankert?

- Haben Ihre Außentüren eine Mehrfachverriegelung?

- Schließen die Schließzylinder bündig mit der Außenseite der Türe ab oder sind mit einem Sicherheitslangschild geschützt?

- Sind die Glastüren aus einbruchhemmendem Glas?

- Haben die Türen idealerweise die polizeilich empfohlene Widerstandsklasse RC2?

- Hat Ihre Haupteingangstüre einen Weitwinkelspion und einen Sperrbügel?

 

Mit diesem Trick knacken Einbrecher geräuschlos Ihre Haustür

 Fenster- und Fenstertüren

- Haben alle Fenster- und Fenstertüren Sicherheitsbeschläge (Pilzkopfbeschläge)?

- Lassen sie sich abschließen?

- Sind Gitter vor Fenstern, auf die dies nicht zutrifft?

- Sind die Gitterverschraubungen nur mit schwerem Werkzeug zu lösen?

- Sind die Gitterstäbe mindestens 15 Millimeter dick und liegen nicht mehr als zwölf Zentimeter auseinander?

-  Sind die Rollläden gegen das Anheben gesichert?

- Lassen sich die Fensterläden nur von innen öffnen?

 

(Quelle: Focus Online)

 

Wer steckt hinter den vielen Einbrüchen ?

Georgische Mafia steckt hinter sehr vielen Einbrüchen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2015 deutlich gestiegen. (Quelle: Symbolbild/dpa)

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland war 2015 so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Ein großer Teil dieser Einbrüche ging laut dem Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) auf das Konto der georgischen Mafia - das bestätigt auch das Bundeskriminalamt (BKA) im Gespräch mit t-online.de.  

"Deutschland ist für Einbrecher ein Paradies. Wir sind ein reiches Land inmitten eines grenzenlosen Europas. Das weckt Begehrlichkeiten bei Einbrecherbanden aus dem Ausland", sagte der BDK-Vorsitzende André Schulz der "Bild"-Zeitung. 

 

"Hochmobile Tätergruppen"

Für den überwiegenden Teil der Einbrüche in Deutschland seien "hochmobile, reisende Tätergruppen" verantwortlich. Die professionellen Banden aus Südosteuropa gingen dabei regelrecht auf Raubzug in Deutschland, nähmen sich "ganze Landstriche und Städte auf einmal vor".

"Dahinter steckt in vielen Fällen die georgische Mafia, die in Georgien gezielt Verbrecher anspricht und sie nach Deutschland schickt", so Schulz. Eine erhebliche Anzahl von Straftaten gehe aber auch auf Täter vom Westbalkan und aus den Maghreb-Staaten zurück. 

Beim BKA hat man das Problem auf dem Schirm: "Das ist ein Thema, mit dem wir uns schon länger beschäftigen", so eine BKA-Sprecherin zu t-online.de. Bereits vor Jahren hat die zentrale Kripo-Behörde deshalb die Ermittlungsgruppe "Jason" gegründet.

Es handle sich aber nicht um ein Problem der klassischen Organisierten Kriminalität (OK), sondern der "bandenmäßig organisierten Massenkriminalität", so die Sprecherin. Der Unterschied: "Bei letzterer Organisationsform fehlen bestimmte hierarchische Strukturen, sowie ein Pate und dergleichen mehr." 

Verbreitete Asyl-Masche

Laut Schulz gehen die Täter oft nach demselben Schema vor: Sie beantragen in Deutschland Asyl in dem Wissen, dass ihr Antrag sowieso abgelehnt wird. Doch in den acht bis zwölf Monaten, in denen ihr Antrag bearbeitet wird, gehen sie auf Beutezug.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr erneut deutlich angestiegen und hat einen Rekordwert erreicht. Sie habe sich im Vergleich zum Vorjahr 2014 um 9,9 Prozent auf 167.136 Fälle erhöht, hatte die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf die noch unveröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik für 2015 berichtet.

 

"Die Täter nehmen was sie kriegen" - auf diesen einfachen Nenner bringt Caroline Hackemack vom Netzwerk "Zuhause sicher" im Gespräch mit t-online.de das Beuteschema der Täter. Schmuck, Laptop, Bargeld und Handy stehen auf der Liste der geklauten Gegenstände ganz oben. 

Deutschlands Hausbesitzer würden es den Einbrechern auch sehr leicht machen, denn die wenigsten Gebäude seien ausreichend gegen Einbruch gesichert.

(Quelle: DPA, AFP, T-Online)

Drastische Zunahme des Einbruchdiebstahls

Drastische Zunahme des Einbruchdiebstahls  

"Die Täter nehmen, was sie kriegen"

Zehn Sekunden, ein Schraubendreher und eine günstige Gelegenheit genügen einem Wohnungseinbrecher. (Quelle: imago/Tack (Symbolfoto))

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland war 2015 so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die Delikte sind deutschlandweit um rund zehn Prozent gestiegen. Die Aufklärungsquote ist gering, das Täterbild diffus. Trotzdem legen Hausbesitzer immer noch zu wenig Wert auf Prävention.

"Die Täter nehmen was sie kriegen" - auf diesen einfachen Nenner bringt Caroline Hackemack vom Netzwerk "Zuhause sicher" das Beuteschema der Täter. Schmuck, Laptop, Bargeld und Handy stehen auf der Liste der geklauten Gegenstände ganz oben. 

Deutschlands Hausbesitzer würden es den Einbrechern auch sehr leicht machen, denn die wenigsten Gebäude seien ausreichend gegen Einbruch gesichert. Sie kritisiert, dass es in Deutschland für Bauherren zwar ausführliche Richtlinien zur Dämmung, nicht aber zum Einbruchsschutz gebe. 

Das schlägt sich in den Zahlen nieder. Für das Jahr 2015 weist die Kriminalstatistik 167.136 erfasste Fälle aus und damit 9,9 Prozent mehr als im Jahr davor, berichtete "Die Welt" unter Berufung auf die neue Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). So hoch lag die Zahl der Wohnungseinbrüche demnach zuletzt 1993.

Zu wenig Polizei oder zu wenig Prävention?

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) führt den Anstieg bei Wohnungseinbrüchen auf Personalabbau bei der Polizei zurück. "Die Polizei ist gezwungen, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Deshalb hat die Polizei schon Reviere schließen müssen", sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek. Seit 2005 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche laut GdP um rund 52 Prozent - durchschnittlich geschehe alle drei Minuten ein Einbruch. 

Kriminalkommissar Dirk Struckmeier aus Gütersloh rückt die Zahlen etwas zurecht. Rund 40 Prozent der erfassten Einbrüche seien nur Versuche. "Aber auch Versuche machen Menschen zu Opfern." 

Zehn Sekunden genügen

Dabei trifft das Sprichwort "Gelegenheit macht Diebe" tatsächlich zu, weiß Hackemack. "Die meisten Täter sind Gelegenheitsdiebe, aber ihre Profession ist Einbruchdiebstahl. Die wissen, was sie tun." Das bedeutet, Wohnungen werden nicht gezielt ausgespäht, sondern ein einzelner Dieb durchstreift ein Wohngebiet. Wo ihm die Gelegenheit günstig erscheint, schlägt er zu. In zehn Sekunden sei ein ungesichertes Fenster mit einem Schraubendreher aufgehebelt. "Schnell rein, durch die Wohnung und wieder raus. Die Beuteerwartung ist dabei nicht hoch."

Impulstäter erzielen einen guten Stundenlohn

Diese "Impulstäter" wissen, wo sie die Beute finden: Geld im Schlafzimmer bei der Unterwäsche oder in der Küche. In drei Minuten ist das Haus durchsucht. Eine Kette, eine Uhr, 30 bis 40 Euro Bargeld - das ist der Schnitt. Struckmeier erwartet, dass sich die Schadensquote in Zukunft sogar erhöhen wird, da immer mehr Menschen den Banken misstrauen und mehr Bargeld zu Hause horten.

Struckmeier geht davon aus, dass etwa 80 Prozent der Taten der organisierten Kriminalität zuzurechnen seien. Die Täter gehörten zu Banden aus Rumänien, Bulgarien und Georgien. Als Beispiel nennt er eine Gruppe von elf Tätern, die erst kürzlich gefasst wurde, der 250 Einbrüche nachgewiesen werden konnten.

Diese Gelegenheiten machen Diebe

Der Trick, mit einer Scheckkarte eine Türe zu öffnen, funktioniere, so Sicherheitsexpertin Hackemack, nicht nur im TV-Krimi. Selbst für Ungeübte sei es leicht, wenn die Türe nicht verschlossen, sondern nur ins Schloss gezogen ist.

Diese Faktoren begünstigen Einbrüche:

  • Dämmerung 
  • kein Licht im Haus
  • hohe Fenster, die ahnen lassen, was zu erbeuten ist
  • mangelnder mechanischer Schutz an Fenster und Türen (Pilzkopfzapfen, Zusatzschlösser, Aufschraubsicherungen)
  • Sichtschutz
  • Versteckte Eingänge hinter hohen Hecken, Mülltonnen, Gartenmöbel
  • Abwesenheit der Bewohner (Urlaub, Einkaufen, Sport, Hund ausführen)
  • gute Fluchtmöglichkeiten (Autobahnnähe)

Die Täter schlagen in der Regel das Diebesgut schnell wieder los. Die Chance für die Bestohlenen, etwas zurückzubekommen, ist gering. Um von der Hausratversicherung zumindest den materiellen Schaden ersetzt zu bekommen, müssen die Opfer nachweisen, was weggenommen wurde, außerdem müssen Einbruchsspuren vorhanden sein.

Der materielle Schaden wird ersetzt

Gegen die psychologischen Folgen eines Einbruchs hilft keine Versicherung. Dieses Eindringen in die Privatsphäre belastet die Betroffenen oft jahrelang. "Das berührt Urinstinkte: Da war ein Fremder in meiner Höhle, jetzt mag ich meine Höhle nicht mehr", fasst Struckmeier die Gefühle Betroffener zusammen, "obwohl dem Einbrecher meine Person völlig egal ist".

Angstgefühle und Schlafprobleme können die Folge sein. "Jedes harmlose nächtliche Geräusch könnte plötzlich ein Einbrecher sein", so Struckmeier. Etwa ein Viertel der Einbruchopfer würde am liebsten umziehen, rund zehn Prozent suchen sich tatsächlich eine neue Wohnung.

Obwohl der materielle Schaden in der Kriminalstatistik nicht so stark zu Buche schlägt, macht ein einziger Einbruch mehrere Menschen zu Opfern, daher nimmt die Polizei diese Delikte sehr ernst 

Das raten Polizei und Sicherheitsexperten

Polizei und Sicherheitsexperten raten zu Prävention durch DIN-geprüfte mechanische Sicherungen gegen Einbruch. Alarmanlagen würden zwar den Einbruch melden, aber  nicht verhindern. 

Die Polizei berät Hausbesitzer kostenlos und neutral und schult Architekten. "Sicherheit sollte so selbstverständlich sein wie Heizung oder Sanitäranlagen", fordert Kriminalkommissar Struckmeier. Als Faustregel gilt, rund drei Prozent der gesamten Bausumme sollten für Sicherheit aufgewendet werden. Als Vorbild nennt er die Niederlande: "Hier erhalten Sie gar keine Baugenehmigung, wenn das Sicherheitskonzept nicht von der Polizei abgenommen ist. Die wollen nicht nur keine Opfer, sondern auch keine Täter."

Das Netzwerk "Zuhause sicher" empfiehlt, eine Wertgegenstandsliste zu führen, Vordrucke der Polizei sind online verfügbar. Eine solche Aufstellung umfasst die Wertgegenstände eines Haushaltes mit Anschaffungsdatum, Kenn-Nummer, Kaufbeleg und Foto. 

(Quelle: T-Online)

Einbrecher: So erkennt man verdächtige Personen

Einbrecher: So erkennt man verdächtige Personen

Einbrecher entscheiden sehr schnell, wo sie zuschlagen. Doch man kann verdächtige Personen erkennen. (Quelle: Westend61/imago)

Einbrecher entscheiden meist in kürzester Zeit, ob sie in ein Haus einsteigen oder nicht. Natürlich versuchen die Verbrecher, sich auf offener Straße so normal wie möglich zu verhalten. Trotzdem kann man Verdächtige erkennen. Dirk Struckmeier von der Kreispolizeibehörde in Gütersloh erklärt, worauf man achten sollte und wie man sich am besten verhält, wenn man Verdächtige bemerkt.

"Die derzeitigen Täter stehen maximal eine Minute vor dem Haus", erklärte der Kriminalhauptkommissar im Expertenchat Einbruchschutz auf zuhause.de. In dieser Zeit versuchen die Täter zu erkennen, ob jemand zuhause und ob das Gebäude schlecht gesichert ist.

Woran man Einbrecher auf offener Straße erkennen kann

"Sie erkennen die Täter daran, dass sie nicht flott und gezielt von A nach B gehen, sondern sich die Häuser immer wieder ansehen", so Struckmeier weiter. "Teilweise betreten sie auch Grundstücke und klingeln. Ist jemand da, werden irgendwelche Geschichten erzählt."

Viele Täter seien südosteuropäischer Herkunft und sähen entsprechend aus.

Bei verdächtigen Beobachtungen 110 anrufen

"Für die Polizei ist es sehr wichtig, dass solche Beobachtungen zeitnah – das heißt sofort – mitgeteilt werden", sagt der Einbruchschutz-Experte. Nur so könne die Polizei schnell reagieren und die Verdächtigen noch antreffen.

Der Experte empfiehlt, die Meldungen immer über den Polizeiruf "110" abzusetzen und nicht etwa über die Festnetznummer des örtlichen Polizeireviers. Das sei womöglich schon gar nicht mehr besetzt. Über "110" erreiche man die Polizei immer. Von dort werde die Meldung an die nächstgelegenen Einsatzkräfte weitergeleitet.

(Quelle: Zuhause.de)

Der Staat versagt, die Polizei resigniert bei Einbrüchen.

Höchste Zeit sein Eigentum selbst zu schützen
und neben mechanischem Schutzmaßnahmen wie Sperren an Türe+Fenster, bessere Schlösser, usw. über hochmoderne und zur Abschreckung, wie zur Aufklärung von Straftaten immer wichtiger werdende Video-Überwachungsanlagen nach zu denken.
 
Ausländische Einbrecherbanden terrorisieren Deutschland. Die Zahl der Fälle steigt dramatisch, die Aufklärungsquote ist miserabel. Bürger und Polizei fühlen sich im Stich gelassen. Wird der Schutz des Eigentums zur Privatsache?

Es ist längst ein Ritual geworden. Jeden Freitag, wenn der Unternehmer Daniel S. seinen Betrieb abgeschlossen hat, fährt er abends in sein Einfamilienhaus im brandenburgischen Bleyen-Genschmar.

Daniel S. isst zu Abend, spielt mit seiner Tochter und schläft ein bisschen. Denn um 22 Uhr beginnt sein zweiter Job. Auf dem Küchentisch stehen dafür eine Thermoskanne mit Tee und ein paar Stullen bereit. Proviant für eine lange Nacht.

 

Auf Patrouille gegen Einbrecher

Daniel S., der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will, übernimmt in seinem Wohnort eine Aufgabe, für die eigentlich die Polizei zuständig ist: Er schützt seine Mitbürger vor Einbrechern und Dieben.

Bleyen-Genschmar, das 500- Seelen-Dorf an der Grenze zu Polen, steht für einen beängstigenden Trend: Hier im märkischen Oderland hat der Staat vor Einbrechern längst kapituliert. Anderswo steht er kurz davor.

Die Zahl der Einbrüche ist so hoch wie seit 15 Jahren nicht. „Alarmierend“ hoch, sagt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Deutschlandweit registrierten die Behörden im vorigen Jahr 149 500 Einbrüche, 31 Prozent mehr als noch 2009. Einige Flächenländer verzeichneten deutlich stärkere Zuwächse - Baden-Württemberg (plus 52 Prozent), Bayern (plus 41 Prozent), Niedersachsen (plus 40 Prozent).


"Die Einbruchzahl wird noch einmal steigen"

Die nächste Welle rollt bereits. „In der dunklen Jahreszeit werden die Einbruchszahlen noch einmal deutlich steigen“, vermutet André Schulz, Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK). Die Dämmerung verschafft Übeltätern willkommene Deckung.

Im Schnitt wird nur jede sechste Tat aufgeklärt - 15,5 Prozent sind eine äußerst magere Quote. In manchen Großstädten, zum Beispiel in Köln, klären die Beamten noch nicht einmal jeden zehnten Fall. Und während die Täter vielfach immer professioneller agieren, fehlen der Polizei Mittel und Schlagkraft, um wirksam dagegenzuhalten.

 

Viele finden, der Staat unternimmt zu wenig

„Der Staat kommt seiner ureigenen Aufgabe nicht mehr nach, den Bürger vor Einbrechern zu schützen“, sagt Egbert Bülles, ehedem Oberstaatsanwalt in Köln. BDK-Mann Schulz geht noch weiter und spricht von „Politikversagen“. Nur 35 Prozent der Deutschen sind nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage der Ansicht, der Staat unternehme genug, um Einbrüche zu verhindern. In Berlin (25 Prozent), Bayern (29) und Baden-Württemberg (30) teilen sogar noch deutlich weniger Befragte diese Meinung.

„Der Staat duckt sich vor drastisch steigenden Einbruchszahlen weg“, poltert Jürgen Hennemann, Fachanwalt für Versicherungsrecht. Er hat täglich mit Einbruchsopfern zu tun und hilft ihnen, wenigstens einen Teil des Schadens ersetzt zu bekommen.


27-mal beklaut

Das brandenburgische Bleyen-Genschmar entwickelte sich zu einem Dorado für Gangster, nachdem die Schlagbäume gefallen waren. „Das Leben war zeitweise ein Horror“, erinnert sich Daniel S. Fast täglich sickerten Diebe über die Grenze. Einem Landwirt stahlen sie zwei Traktoren aus der Scheune. Ein Fischer wurde 27-mal beklaut. Gesamtschaden: 30.000 Euro.

Heute liegt die Zahl der Einbrüche nahe null. Und das nur, weil die Bürger zur Selbsthilfe schreiten, ähnlich wie in anderen Regionen. Seit August vorigen Jahres gibt es die „Sicherheitspartner Bleyen-Genschmar“, einen Trupp von 15 Freiwilligen aus dem Dorf. Streng nach Dienstplan läuft jede Nacht ein Zweier- oder Dreierteam Streife. Das Land Brandenburg zahlt 25,56 Euro pro Mann und Monat. „Eine sicherheitspolitische Bankrotterklärung“, schimpft Daniel S.

Alle dreieinhalb Minuten schlagen Einbrecher in Deutschland zu. Sie hebeln Terrassentüren aus den Angeln oder stemmen Fenster auf, um in fremde Wohnungen zu steigen. Niemand ist davor sicher. „In jedem Haus in Deutschland ist für Einbrecher etwas zu holen“, mahnt BDK-Chef Schulz. Dass Täter nur bei Reichen einbrechen, ist ein Trugschluss.

Katrin C. (Name von der Redaktion geändert) musste das leidvoll erfahren. Die 44-jährige Steuerberaterin lebt allein in einer Wohnung in der Münchner City, zweiter Stock, insgesamt zwölf Parteien. Als sie von einer Reise zurückkehrte, war ihr Schlafzimmer zerwühlt, Fremde hatten alle Schubladen ausgekippt. Vor der Polizei stammelte C. immer wieder: „Wer hat etwas gegen mich?“ Am Ende fehlten etwas mehr als 200 Euro Bargeld, sonst nichts. Die Beamten konnten die Frau beruhigen. Sie sei ein reines Zufallsopfer.

Mitunter sind die Übeltäter besonders dreist. Wie im Fall von Bernd K. Der Mann gilt als erfahrener Polizist - an jenem Tag im vergangenen Sommer aber machte er gleich zwei neue, ziemlich schockierende Erfahrungen.

Mehrere Einbrecher hatten K. das Haus in einem Nürnberger Vorort ausgeräumt. Als Bernd K. Stunden später am Tatort erschien, musste er nicht nur den Verlust mehrerer Computer, des Fernsehers, der Stereoanlage und des Schmucks seiner Frau verkraften. Er musste auch erkennen, wie die Kollegen von der Spurensicherung arbeiteten - nämlich überhaupt nicht. „Hat keinen Zweck. Die kriegen wir nicht“, so die Beamten. Beileidsbesuche nennen Polizisten diese Form der Opferbetreuung.

Als übergroßes Problem empfinden die Beamten vor allem ausländische Einbrecherbanden. „Wir kämpfen da manchmal gegen Windmühlen“, sagt Dieter Töpfer, Leiter des Einbruchskommissariats in Düsseldorf.

 

Einbrecher sind Teil von Banden

Innenminister de Maizière spricht von einem neuen „Phänomen“. Einbruch werde „zunehmend“ zu „international organisierter Bandenkriminalität“. Die Chefs säßen in den Balkanstaaten, in Georgien, in Russland. „Internationale Bandenkriminalität ist schwerer zu bekämpfen als der Dieb um die Ecke.“

Wegen der geringen Aufklärungsquote lassen sich Täterzahlen nur schätzen. Insider Bülles geht davon aus, dass ein Drittel aller Einbrecher in Deutschland einer ausländischen Bande angehört, darunter ein Großteil Roma und Rumänen. In Nordrhein-Westfalen betrage der Anteil sogar deutlich mehr als 50 Prozent. Eine Ursache: der Wegfall der Grenzkontrollen in der EU. „Problemlos“ könnten die Banden über die Grenze kommen und wieder verschwinden.


Die mobilen Klautrupps organisieren ihre Raubzüge minutiös. Nordrhein-Westfalen zum Beispiel zählt zu einem bevorzugten Beutebereich, auch wegen des guten Straßennetzes, das die Flucht erleichtert.

Oft brechen die Kriminellen am Tag ein und durchkämmen ganze Wohnviertel. Junge Frauen und Mädchen kommen dabei oft zum Einsatz, weil sie im Straßenbild weniger Verdacht erregen. „Diese jungen Frauen grüßen einen im Hausflur freundlich, und wenn man an der Wohnungstür angelangt ist, registriert man, dass sie aufgebrochen ist“, sagt der Düsseldorfer Chef-Ermittler Töpfer.

 

Diebe forschen die Häuser aus

In Berlin ziehen vor allem die Randbezirke reisende Banden an, vornehmlich aus Polen, der Ukraine und Rumänien. Bevorzugte Objekte sind Einfamilienhäuser und Villen. „Die werden zwei oder drei Tage ausgeforscht, dann wissen die Täter, wann jemand zu Hause ist und wann sie zuschlagen können“, sagt Kriminaloberrat Michael Kallin von der Berliner Polizei.

Die meisten Einbrüche in den Berliner Randbezirken ereignen sich tagsüber, wenn die Bewohner bei der Arbeit sind. Mitgenommen wird alles, was schnelles Geld verspricht. Am liebsten natürlich Bargeld, aber auch technische Geräte, Schmuck, Teppiche, Bilder. Hauptsache, das Diebesgut lässt sich rasch einpacken und leicht transportieren. Es ist die Handschrift dieser Banden.

Grit M. (Name von der Redaktion geändert) vermisst 20 wertvolle Handtaschen, seit Einbrecher am Valentinstag in ihrem Münchner Loft eingestiegen sind. Die Unternehmerin wohnt mit ihrem Mann und den 14-jährigen Zwillingen auf zwei Etagen, es gibt hohe Terrassentüren, einen Garten. Neben den Accessoires von Gucci und Prada fehlten ein iPad, Lederjacken und Schmuck. Schaden: knapp 12.000 Euro. Monate nach der Tat konnte die Polizei das iPad in Serbien orten. Doch die Täter blieben verschwunden.


 

Die Opfer sind oft traumatisiert

Gravierender als der materielle Verlust waren für die Familie die psychischen Folgen. „Mein Sohn konnte tagsüber nicht mehr allein in der Wohnung sein“, sagt die 40-jährige Mutter. Manchmal schloss er sich mit einem Messer ein, nachts legte er sich auf eine Matratze ins Zimmer seiner Schwester. Erst nach mehreren Therapiesitzungen schläft der Teenager wieder allein.

Etwa 40 Prozent der Einbruchsopfer leiden unter Schlafstörungen, berichtet Horst Cerny, Vorsitzender der Opferhilfe Weißer Ring in Hessen. Jeder Zehnte klage gar über eine posttraumatische Belastungsstörung. Es ist das Gefühl des Ausgeliefertseins, das zermürbt. „Einbrecher dringen in die Intimsphäre der Opfer ein“, sagt Cerny. Fast jeder zweite Deutsche hat Angst - und auf die Polizei kann er nicht wirklich bauen.

BDK-Chef Schulz fordert mehr und besser geschulte Kriminalpolizisten - und „länderübergreifende polizeiliche Strukturen“. Jedes Bundesland koche bei Einbruchsermittlungen „sein eigenes Süppchen“. Abschreckend könnte eine höhere Strafandrohung wirken, meint er. Einbruch müsse Raubdelikten gleichgestellt werden.

Uwe Jacob, Chef des Landeskriminalamts in Nordrhein-Westfalen, bemängelt vor allem, dass die große Koalition in Berlin die Vorratsdatenspeicherung blockiert. Ohne die monatelange Sammlung von Handy-Verbindungsdaten könne man keine Bewegungsbilder von Banden erstellen.

 

Wache Nachbarn sind ein guter Schutz

Der Bochumer Kriminologe Thomas Feltes empfiehlt eine offensive Polizeiarbeit. „Sobald es in einer Gegend zu ein, zwei Einbrüchen kommt, sollte die Polizei auf die Einwohner zugehen, mit Flugblättern warnen und so die Aufmerksamkeit erhöhen.“ Wache Nachbarn seien ein sehr guter Schutz.

Innenminister de Maizière setzt auf die Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten in Europa, „aber auch mit den Staaten, aus denen diese Banden kommen“. Mehr Polizei „vor Ort“ helfe da „allein“ nicht. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bläst zur digitalen Verbrecherjagd: „Ab sofort erproben wir als erstes Bundesland eine neuartige Prognosesoftware, die errechnet, wann und wo Einbrüche mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten sind.“

Der Staat steht in der Pflicht. Er kann nicht hinnehmen, dass sein Gewaltmonopol erodiert. Längst drängen private Schutztrupps in den Markt. Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft forderte jüngst „Minimalbefugnisse“: die Möglichkeit, Personalien festzustellen oder Platzverweise auszusprechen. In Nordrhein-Westfalen, so schätzen selbst Polizei-Insider, werde es bald ebenso viele Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen geben wie Polizisten.

Können sich in Zukunft nur Reiche gegen Einbrecher schützen? Und werden sie bald so leben wie Enrico Richter?

Seit acht Jahren führt Richter eine Firma für Sicherheitstechnik. Sein Haus im Odenwald hat er in eine Festung verwandelt - „das ist meine Visitenkarte“. Wer klingelt, wird fotografiert. Die Haustür lässt sich nur per Fingerprintsystem öffnen. Sämtliche Fenster der Villa halten selbst einer Axt stand. Und natürlich ist das Haus alarmgesichert.

Als in Richters Abwesenheit einmal der Alarm losging, rief er die Polizei und bat darum, bei ihm nachzuschauen. Die Antwort: „Tut uns leid, wir haben gerade keinen Streifenwagen frei.“

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt und steigt. Aus Sicht der Deutschen Polizeigewerkschaft sind mehr Polizeistreifen keine Lösung, sie fordert Hilfen vom Staat für Immobilienbesitzer.

Vor dem Hintergrund drastisch steigender Einbruchszahlen hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ein steuerliches Sofortprogramm für Besitzer von Häusern und Wohnungen gefordert. „Wer in Sicherheitsmaßnahmen investiert, sollte diese Ausgaben bei der Steuer absetzen können“, sagte DPolG-Chef Rainer Wendt FOCUS. Er empfahl, ein solches Programm auf fünf Jahre zu befristen.

Quelle: FOCUS-Redakteur Christoph Elflein, FOCUS-Redakteurin Mareike Hasenbeck, FOCUS-Korrespondent Frank Lehmkuhl, FOCUS-Reporter Josef Hufelschulte, FOCUS-Redakteur Göran Schattauer, FOCUS-Korrespondent Ansgar Siemens, FOCUS-Redakteur Axel Spilcker und FOCUS-Redakteur Marco Wisniewski