Georgische Mafia steckt hinter sehr vielen Einbrüchen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2015 deutlich gestiegen. (Quelle: Symbolbild/dpa)

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland war 2015 so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Ein großer Teil dieser Einbrüche ging laut dem Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) auf das Konto der georgischen Mafia - das bestätigt auch das Bundeskriminalamt (BKA) im Gespräch mit t-online.de.  

"Deutschland ist für Einbrecher ein Paradies. Wir sind ein reiches Land inmitten eines grenzenlosen Europas. Das weckt Begehrlichkeiten bei Einbrecherbanden aus dem Ausland", sagte der BDK-Vorsitzende André Schulz der "Bild"-Zeitung. 

 

"Hochmobile Tätergruppen"

Für den überwiegenden Teil der Einbrüche in Deutschland seien "hochmobile, reisende Tätergruppen" verantwortlich. Die professionellen Banden aus Südosteuropa gingen dabei regelrecht auf Raubzug in Deutschland, nähmen sich "ganze Landstriche und Städte auf einmal vor".

"Dahinter steckt in vielen Fällen die georgische Mafia, die in Georgien gezielt Verbrecher anspricht und sie nach Deutschland schickt", so Schulz. Eine erhebliche Anzahl von Straftaten gehe aber auch auf Täter vom Westbalkan und aus den Maghreb-Staaten zurück. 

Beim BKA hat man das Problem auf dem Schirm: "Das ist ein Thema, mit dem wir uns schon länger beschäftigen", so eine BKA-Sprecherin zu t-online.de. Bereits vor Jahren hat die zentrale Kripo-Behörde deshalb die Ermittlungsgruppe "Jason" gegründet.

Es handle sich aber nicht um ein Problem der klassischen Organisierten Kriminalität (OK), sondern der "bandenmäßig organisierten Massenkriminalität", so die Sprecherin. Der Unterschied: "Bei letzterer Organisationsform fehlen bestimmte hierarchische Strukturen, sowie ein Pate und dergleichen mehr." 

Verbreitete Asyl-Masche

Laut Schulz gehen die Täter oft nach demselben Schema vor: Sie beantragen in Deutschland Asyl in dem Wissen, dass ihr Antrag sowieso abgelehnt wird. Doch in den acht bis zwölf Monaten, in denen ihr Antrag bearbeitet wird, gehen sie auf Beutezug.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr erneut deutlich angestiegen und hat einen Rekordwert erreicht. Sie habe sich im Vergleich zum Vorjahr 2014 um 9,9 Prozent auf 167.136 Fälle erhöht, hatte die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf die noch unveröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik für 2015 berichtet.

 

"Die Täter nehmen was sie kriegen" - auf diesen einfachen Nenner bringt Caroline Hackemack vom Netzwerk "Zuhause sicher" im Gespräch mit t-online.de das Beuteschema der Täter. Schmuck, Laptop, Bargeld und Handy stehen auf der Liste der geklauten Gegenstände ganz oben. 

Deutschlands Hausbesitzer würden es den Einbrechern auch sehr leicht machen, denn die wenigsten Gebäude seien ausreichend gegen Einbruch gesichert.

(Quelle: DPA, AFP, T-Online)